Selbsthilfegruppe „Lebensfreude“ hat zwei qualifizierte Ersthelfer für psychische Gesundheit

Karin Hurrle und Brigitte Auer erhalten Zertifikat vom ZI Mannheim

Die Haßlocher Selbsthilfegruppe „Lebensfreude“ hat seit Mitte Dezember 2020 zwei Ersthelfer für psychische Gesundheit. Karin Hurrle und Brigitte Auer haben sich vom Zentralinstitut für seelische Gesundheit über das Programm „Mental Health First Aid“(MHFA) qualifizieren lassen. Sie sind nun durch eine abgelegte Prüfung akkreditiert, als Ersthelfer für psychische Gesundheit tätig werden zu können. Am 11.12.2020 konnten sie nach bestandener Prüfung ihr Zertifikat entgegennehmen. Beide sind nun berechtigt, auch in der Haßlocher Selbsthilfegruppe „Lebensfreude“ Erstgespräche durchzuführen mit dem Ziel, den Betroffenen beizustehen, sie zu unterstützen und über professionelle Hilfestellungen zu informieren. Nach einem zweitägigen Qualifizierungskurs, durchgeführt von der Neustadter Psychologin Birgit Stetter, haben sie ihr Zertifikat erhalten. Somit ist die Haßlocher Selbsthilfegruppe „Lebensfreude“ künftig auch offizielle Anlaufstelle für psychisch kranke Menschen, wo sich Hilfesuchende mit ihren Problemen hinwenden können.

Durch die Corona-Pandemie habe man das Konzept auch für die Selbsthilfegruppe in Haßloch umstellen müssen, erklären Hurrle und Auer. Da die Gruppen-Treffen derzeit nicht mehr in der gewohnten Weise im Haßlocher Feuerwehrgerätehaus stattfinden können, habe man nun ein neues Konzept erarbeitet, damit Menschen mit psychischen Problemen auch in der Corona-Krise geholfen werden kann. Vorgesehen ist, Räumlichkeiten zu finden, wo künftig die Gruppentreffen wieder stattfinden können. Auch benötige man einen Büroraum, wo sich Betroffene hinwenden können. Das neue Konzept sieht vor, auch einen Telefondienst an zwei Tagen in der Woche anzubieten, wo sich Hilfesuchende auch anonym hinwenden können. Durch ihre Qualifizierung wollen Karin Hurrle und Brigitte Auer als Ersthelfer für psychische Gesundheit ein solches Angebot schaffen.

Was ist Mental Health First Aid und wie ist die Bewegung entstanden?

MHFA wurde im Jahre 2000 in Australien durch Professor Tony Jorm, einem anerkannten Wissenschaftler für Früherkennung psychischer Störungen, und Betty Kitchener, einer Gesundheitspädagogin und examinierten Krankenschwester entwickelt. Seit dem Start in Australien haben 24 weitere Länder Lizenzen erworben und weltweit über 4 Millionen Menschen den Kurs absolviert. MHFA Ersthelfer ist die deutsche Version des australischen Mental Health First Aid Programms. Seit 2020 arbeiten die Organisatoren in Partnerschaft mit der Beisheim Stiftung daran, ein deutschlandweites Netzwerk aufzubauen. Zuvor wurde MHFA Ersthelfer am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim mit Unterstützung der Dietmar Hopp Stiftung GmbH ins Leben gerufen. Das MHFA-Programm wurde bereits mit internationalen Preisen ausgezeichnet. 

Laut wissenschaftlichen Erkenntnissen sind psychische Probleme häufig. Mehr als 40 % der deutschen Bevölkerung würden mindestens einmal im Leben eine behandlungsbedürftige psychische Störung erleiden. Trotzdem gäbe es viele Unsicherheiten und Vorurteile bei diesem Thema. Ersthelfer-Kurse würden Wissen vermitteln, um psychische Gesundheitsprobleme und Krisen bei nahestehenden Personen rechtzeitig zu erkennen, um Betroffene kompetent unterstützen zu können. Außerdem verbessere der Ersthelfer-Kurs für psychische Gesundheit das Wissen über psychische Gesundheit, vermindere stigmatisierendes Verhalten, steigere das Vertrauen in die eigenen Helferkompetenzen und stärke die eigene psychische Gesundheit. Im Kurs wird zunächst Basiswissen zu psychischen Störungen vermittelt. Daran anknüpfend werden konkrete Erste-Hilfe-Maßnahmen bei sich entwickelnden psychischen Gesundheitsproblemen und bei akuten psychischen Krisen erlernt und durch praktische Übungen verfestigt.

Hilfesuchende und Betroffene mit psychischen Problemen können sich gerne und jederzeit an Karin Hurrle, Tel. Nr. 0170-2784 150 oder an Brigitte Auer unter der Tel. Nr. 01575-367 4403 wenden. Näheres über die Anlaufstelle der Selbsthilfegruppe „Lebensfreude“ kann man auch auf der Homepage www.lebensfreude-selbsthilfe.de erfahren. (jh.)

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